Vox TwentySix Männerchor Stuttgart

Woher
kommt mir Hilfe?

Geistliche Männervokalmusik

Sonntag, 3. Mai 2026, 18 Uhr

Christuskirche Korntal

Vox Twenty Six Männerchor

Joachim Priesner Orgel

Hannes von Bargen Leitung

Christuskirche Logo

Eintritt frei – Spenden willkommen

Woher kommt mir Hilfe?

Eine zeitlose Frage, die sich Menschen immer wieder stellen. Das Programm dieses Abends sucht nach verschiedenen Antworten auf diese Frage.

In der Schöpfungserzählung werden die ersten Menschen in die Welt gesetzt. Doch bereits im Paradies zeigt sich diese scheinbar perfekte Welt als gefährlich und verführerisch. Schon damals verlieren Adam und Eva den Halt im Leben. Heutzutage ist das Gefühl der Überforderung allgegenwärtig. Die multiplen Krisen der Welt verfolgen uns in beinahe jeder Lebenssituation, der Alltag ist von Hektik geprägt. Der Mensch sehnt sich nach Ruhe, Rat und Wegweisern im Leben.

Viele Gebetstexte sind Ausdruck dieser Suche nach Halt in Leben und Glauben. Diese äußert sich nicht nur in Form von Klage und Trauer, sondern auch in der Anbetung und Huldigung Gottes. Die Stadt Jerusalem wird als Haus Gottes zum Sehnsuchtsort derer, die dessen Nähe suchen. Am Ende findet die Seele Geborgenheit in der Liebe Gottes. Sie gibt Kraft, führt durch schwierige Zeiten und begleitet auch über den Tod hinaus.

Viele der Werke haben einen liturgischen Charakter, manche auch einen ganz eigenen Platz in der Gottesdienst- oder Tagzeitenliturgie. In der Vertonung der Gebete greifen die Komponisten häufig auf alte gregorianische Gesänge zurück, die seit über tausend Jahren Bestandteil der Liturgie sind. Die archaisch wirkenden Melodien erscheinen in der romantisch-impressionistischen Tonsprache der Komponisten zeitlos, so wie auch die alten Texte heutzutage nicht an Bedeutung verloren haben.

Das Programm

Willy Richter (1914-1984) The Creation
Rudolf Mauersberger (1889-1971) arr. Hannes von Bargen
De profundis aus dem Dresdener Requiem
Darius Milhaud (1892-1974) Psaume 121
Maurice Duruflé (1902-1986) Sanctus aus: Missa cum jubilo, op. 11
F. M. Bartholdy (1809-1847) Präludium und Fuge c-Moll, op. 37,1
Franz Schubert (1797-1828) Ruhe schönstes Glück der Erde, D 657
Felix Mendelssohn Bartholdy arr. Christoph Bossert
Vespergesang op. 121 1. Allegro moderato „Adspice Domine" 2. Adagio „Aperi oculos tuos" 3. Con moto „Qui regis Israel" 4. Adagio „Aperi oculos tuos" 5. Andante „O lux beata trinitas"
Felix Mendelssohn Bartholdy Präludium und Fuge D-Dur op. 35, 2
Francis Poulenc (1899-1963)
Quatre petites prières de Saint François d'Assise 1. Salut, Dame Sainte 2. Tout puissant 3. Seigneur, je vous en prie 4. Ô mes très chers frères
Ola Gjeilo (*1978) Ubi Caritas
Solisten: Felix Haberland (Poulenc), Jakob Würfel (Mauersberger)

Die Texte

Richter: The creation (Gen. 1,1-3)

In the beginning God created the heaven and the earth. And the earth was waste and void; and darkness upon the face of the deep: And the spirit of God moved upon the waters and God said, Let there be light: and there was light.

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.

Mauersberger: De Profundis (Ps. 130,1-2)

De profundis clamavi ad te, Domine: Domine, exaudi vocem meam: Fiant aures tuae intendentes, in vocem deprecationis meae. Absolve, quaesumus, Domine, animas eorum ab omni vinculo delictorum. Ut in resurrectionis gloria inter sanctos et electos tuos resuscitati respirent. Per Christum Dominum nostrum. Amen.

Aus der Tiefe rufe ich zu dir, o Herr! Herr, erhöre meine Stimme! Lass deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens! Wir bitten dich, o Herr, erlöse die Seelen der Entschlafenen von allen ihren Sünden, damit sie in der Herrlichkeit der Auferstehung getröstet werden durch Christum, unsern Herrn. Amen.

Milhaud: Psaume 121

Je me suis fondu de joie en ces choses qui m'ont été dites: Nous irons dans la maison du Seigneur nos pieds se sont trop attardés en ces lieux qui te précédent Jérusalem qui es édificée comme une ville dont la participation est en elle même c'est là que sont montées les tribus en triomphe les tribus du Seigneur ont monté Célébration qui est Israel pour rendre témoignage au Seigneur. Là ces trônes en une grande assise au dessus de la demeure de David. Que votre prière soit la paix qu'il y a dans Jérusalem! Et l'abondance à ceux qui l'aiment! Que la paix soit dans ta vertu et l'abondance dans la couronne de tes tours. A cause de tes frères et de tous ceux qui m'aprochent je parlais de toi, Pacifique. A cause de la demeure du Seigneur votre Dieu j'ai cherché le bonheur en Toi.

Ich freute mich über die, die mir sagten: Lasset uns ziehen zum Hause des HERRN! Nun stehen unsere Füße in deinen Toren, Jerusalem. Jerusalem ist gebaut als eine Stadt, in der man zusammenkommen soll, wohin die Stämme hinaufziehen, die Stämme des HERRN, wie es geboten ist dem Volke Israel, zu preisen den Namen des HERRN. Denn dort stehen Throne zum Gericht, die Throne des Hauses David. Wünschet Jerusalem Frieden! Es möge wohlgehen denen, die dich lieben! Es möge Friede sein in deinen Mauern und Glück in deinen Palästen! Um meiner Brüder und Freunde willen will ich dir Frieden wünschen. Um des Hauses des HERRN willen, unseres Gottes, will ich dein Bestes suchen.

Duruflé: Sanctus

Sanctus, Sanctus, Sanctus Dominus Deus Sabaoth. Pleni sunt caeli et terra gloria tua. Hosanna in excelsis.

Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herre Zebaoth. Voll sind Himmel und Erde seiner Herrlichkeit. Hosianna in der Höhe.

Schubert: Ruhe, schönstes Glück (Ignaz von Seyfried)

Ruhe, schönstes Glück der Erde,

Senke segnend dich herab,

Dass es stille in uns werde,

Wie in Blumen ruht ein Grab.


Lass des Herzens Stürme schweigen,

Eitle Träume wiege ein;

Wie sie wachsen, wie sie steigen,

Wächst und steigt der Seele Pein.


Deinen Frieden gib der Erde,

Deinen Balsam geuß herab,

Dass geheilt die Seele werde,

Sich erhebend aus dem Grab.

Mendelssohn: Vespergesang

Adspice Domine de sede sancta tua, et cogita de nobis. (Ps. 119,123)

Inclina Deus meus aurem tuam, et audi. Aperi oculos tuos, et vide tribulationem nostram. (Daniel 9, 18)

Qui regis Israel intende, qui deducis velut ovem loseph, qui sedes super Cherubim, intende. (Ps. 80, 2)

Gloria patri et filio, et spiritui sancto. (Trinitarische Doxologie)

O lux beata, trinitas et principalis unitas, iam sol recedit igneus, infunde lumen cordibus. Te mane laudem carmine, te deprecemur vespere, te nostra duplex gloria per cuncta laudet sæcula. (Ambrosius von Mailand)

Herr, schaue herab von deinem heiligen Throne, und denke an uns.

Neige dein Ohr, mein Gott, und höre. Öffne deine Augen, und siehe an unsere Not.

Du Hirte Israels, höre, der du Joseph führst wie ein Schaf, der du thronst über den Cherubim, höre.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn, und dem Heiligen Geiste.

O selig Licht, Dreifaltigkeit und uranfänglich Einigkeit, schon weicht die feurige Sonne, geuß' Licht in unsere Herzen. Dich bete früh der Lobgesang, dich gnadenvoll der Vesperklang, unser Doppelgloria preise dich in alle Ewigkeit.

Poulenc: Quatre petites prières

I

Salut, Dame Sainte, reine très sainte, Mère de Dieu, ô Marie qui êtes vierge perpétuellement, élue par le très saint Père du Ciel, consacrée par Lui avec son très saint Fils bien aimé et l'Esprit Paraclet. Vous en qui fut et demeure toute plénitude de grâce et tout bien! Salut, palais; salut, tabernacle; salut, maison; salut, vêtement; salut servante; salut, mère de Dieu! Et salut à vous toutes, saintes vertus qui par la grâce et l'illumination du Saint Esprit êtes versées dans les coeurs des fidèles et, d'infidèles que nous sommes, nous rendez fidèles à Dieu.

Sei gegrüßt, heilige Frau, hochheilige Königin, Mutter Gottes, o Maria, die du immerwährende Jungfrau bist, auserwählt durch den hochheiligen Vater des Himmels, geheiligt durch ihn mit seinem hochheiligen geliebten Sohn und dem Tröster, dem Heiligen Geist. Du, in der alle Fülle der Gnade und vollkommene Güte war und immerbleiben wird. Sei gegrüßt, Palast; sei gegrüßt, Tabernakel; sei gegrüßt, Haus; sei gegrüßt, Gewand; sei gegrüßt, Dienerin; sei gegrüßt, Mutter Gottes! Und seid gegrüßt, all ihr heiligen Tugenden, die durch die Gnade und die Erleuchtung des Heiligen Geistes in die Herzen der Gläubigen ausgegossen wurdet, und uns Ungläubige gläubig zu Gott macht.

II

Tout puissant, très saint, très haut et souverain Dieu; souverain bien, bien universel, bien total; toi qui seul es bon; puissions-nous te rendre toute louange, toute gloire, toute reconnaissance, tout honneur, toute bénédiction; puissions-nous rapporter toujours à toi tous les biens. Amen.

Allmächtiger, hochheiliger, höchster und herrschender Gott; herrschende Güte, allumfassende Güte, vollkommene Güte; du, der du allein gütig bist; könnten wir dir erwidern alles Lob, allen Ruhm, allen Dank, alle Ehre, allen Segen; könnten wir dir immerdar darbringen alle Güter.

III

Seigneur, je vous en prie, que la force brûlante et douce de votre amour absorbe mon âme et la retire de tout ce qui est sous le ciel. Afin que je meure par amour de votre amour, puisque vous avez daigné mourir par amour de mon amour.

Herr, ich bitte dich, lass die brennende und sanfte Kraft deiner Liebe meine Seele in sich aufnehmen und von allem entziehen, was unter dem Himmel ist. Auf dass ich aus Liebe zu deiner Liebe sterbe, weil du aus Liebe zu meiner Liebe gestorben bist.

IV

Ô mes très chers frères et mes enfants bénis pour toute l'éternité, écoutez-moi, écoutez la voix de votre Père: Nous avons promis de grandes choses, on nous en a promis de plus grandes; gardons les unes et soupirons après les autres; le plaisir est court, la peine éternelle. La souffrance est légère, la gloire infinie. Beaucoup sont appelés, peu sont élus; tous recevront ce qu'ils auront mérité. Ainsi soit-il.

O meine liebsten Brüder und meine in alle Ewigkeit gesegneten Kinder, hört mich an, hört die Stimme eures Vaters: Wir haben große Dinge versprochen, noch größere sind uns versprochen worden; lasst uns die einen halten und uns nach den anderen sehnen; der Genuss ist kurz, der Schmerz ist ewig. Das Leiden ist leicht, die Herrlichkeit ist unendlich. Viele sind berufen, wenige sind auserwählt; alle werden erhalten, was sie verdient haben. So sei es.

Gjeilo: Ubi caritas (St. Gallen, 8. Jhdt.)

Ubi caritas et amor Deus ibi est. Congregavit nos in unum Christi amor exsultemus et in ipso iucundemur. timeamus et amemus Deum vivum et ex corde diligamus nos sincero.

Wo Liebe ist und Güte, da wohnt Gott. Christi Liebe hat uns geeint. Lasst uns frohlocken und jubeln in ihm! Fürchten und lieben wollen wir den lebendigen Gott und einander lieben aus lauterem Herzen.

Die Mitwirkenden

Vox Twentysix ist ein junger Männerchor, der 2026 von Hannes von Bargen gegründet wurde. Er setzt sich aus etwa 20 Sängern zusammen, die sich größtenteils aus ihrer gemeinsamen Zeit bei den Stuttgarter Hymnus-Chorknaben kennen. Verbunden durch die Liebe zur klassischen Chormusik und die Freude am gemeinsamen Musizieren kommen die Männerstimmen projektweise zusammen, um gemeinsam anspruchsvolle Männerchorliteratur zu erarbeiten. Alle Sänger haben eine intensive Gesangsausbildung erhalten und sind erfahrene Chor- und Ensemblesänger.

Tenor 1:

Philipp Schreiner, Johannes Feist, Felix Haberland

Tenor 2:

Jakob Würfel, Philip Elsner, Georg Bürglen

Bass 1:

Maximilian Graupner, Maximilian Arzt, Brandon Kieser, David Gräsle

Bass 2:

Thomas Hack, Jason Kühner, Malte Münd, David Langer, Friedo Scholl, Benjamin Loen, Benjamin Schwarzenberg, Jonathan Langer

Joachim Priesner erhielt seine sängerische Ausbildung bei den Stuttgarter Hymnus-Chorknaben und durfte den Knabenchor in bedeutenden deutschen Kirchen sowie auf Konzertreisen in den USA, in England und in Wales an der Orgel begleiten. Er tritt an der Orgel solistisch und als Ensemblebegleiter auf, so unter anderem mit der Singakademie Stuttgart und dem Männerensemble „Varietas Cantandi".

Hannes von Bargen erhielt seine erste musikalische Ausbildung bei den Stuttgarter Hymnus-Chorknaben und er war Schüler des Musikgymnasiums Stuttgart sowie Jungstudent der HMDK Stuttgart. Er studiert Kirchenmusik und Barockvioline an der HMT Leipzig und absolvierte ein Auslandsjahr an der Royal Academy of Music London. Zu seinen wichtigsten Professor*innen zählen Martin Schmeding, Thomaskantor Andreas Reize, Daniel Beilschmidt, Bine Bryndorf, David Titterington und Nina Pohn. Darüber hinaus absolvierte er zahlreiche Meisterkurse. Er erhielt Stipendien des Ev. Studienwerks Villigst e.V., des DAAD und der Stiftsmusik Stuttgart. Darüber hinaus ist ein gefragter Continuospieler und spielte bei Klangkörpern wie den Nürnberger Sinfonikern, dem Stuttgarter Kammerorchester und in zahlreichen Barockensembles. Als Kammermusikpartner tritt er in diversen Formationen auf und gründete 2023 zusammen mit dem Akkordeonisten Nepomuk Golding das Duo „Knopf&Peife" mit dem er regelmäßig im In- und Ausland konzertiert. Er leitet den Chor der Ev. Studierendengemeinde Leipzig sowie mehrere Kinderchöre. Als Assistent arbeitete er mit dem Thomanerchor Leipzig und dem Landesjugendchor Baden-Württemberg.

Vox TwentySix Männerchor